Silence (2010/2012)

Thursday, October 22, 2015


Silence is my first proper album, that I recorded between 2008 and 2010. It features lots of friends and family as guest musicians. I only started playing with string quartet IG Streichmetal after the album was finished, but had already written string arrangements for two songs. For the second edition, released in 2012, I recorded the band and replaced the previous digital string sounds.

To this day, I make the packaging by hand. The design is by Katharina Gnendinger and me, the booklet features photos by Max Sawatzki and Julia Keller.



Originaltext vom September 2010:
Am Anfang war Juli. Im August. Oder war es doch schon September? Irgendwann kurz nach meinem Umzug nach Berlin jedenfalls, nur kurze Zeit nachdem Opinion of the Horse erschienen ist, kroch dieses kleine Epos aus meiner Gitarre. Anlässlich dessen habe ich mit Simon-Claudius darüber gesprochen, dass ich bei ihm gerne nochmal ein Solo-Album aufnehmen möchte. Ein richtig gut produziertes, nicht so wie Hans Solo. Wir haben uns darauf geeinigt uns alle Zeit der Welt zu lassen und immer solange aufzunehmen, bis wir beide absolut zufrieden sind. Irgendwann mussten wir diesen Beschluss fallen lassen, da mit Simons drohendem Umzug nach England zu Studienzwecken ein Termin in Sicht war, an dem die CD fertig sein musste, wenn sie es jemals werden sollte. Und trotzdem sollten von der Idee zur CD zwei Jahre ins Land ziehen. Im Dezember 2008 nahmen wir den ersten Song auf (Shades of the City), im August 2010 den letzten (The Pleasure of Having Warm Feet).


Ich denke man hört der Platte den enormen Zeit- und Produktionsaufwand an. Das Ergebnis haut mich im Moment selber ziemlich um. Da hat der Simon auch aufnahme- und mischtechnisch echt was geleistet. Soundmäßig hat sich glaub ich bisher keines unserer Projekte so sehr mit großen Studioproduktionen anlegen können. Ich kann jedem nur empfehlen sich das Album auf einer guten Wohnzimmer-Stereoanlage oder mit gutem Kopfhörern anzuhören, um Silence in vollen Zügen genießen zu können.

Musikalisch reagiert auf Silence mein Größenwahn. Frei von stilistischen oder technischen Grenzen ließ ich die Lieder selbstständig werden, sich verwandeln, frei nach dem Motto "Warum nur eine Idee in einen Song packen, wenn auch zehn hineinpassen?". Gleichzeitig wollte ich mich selbst auch etwas zurücknehmen und möglichst viele andere Menschen ihre Talente einbringen lassen. So hat zum Beispiel Hansjörg Böck am Schlagzeug die quasi unmögliche Leistung erbracht, einen so chaotischen Song wie Monotonie Pt. II an nur einem Nachmittag einzuspielen. Und meine Mutter musste für Fly High, Winter Wren ein unlesbares, unspielbares Flötenarrangement entziffern. Das Ergebnis ist eine 52-minütige psychedelische Reise, die mich vor das Rätsel stellt, ob ich das jemals live irgendwie spielen kann.

Die Lieder entstanden größtenteils in meiner Zeit als Zivi, also zwischen 2008 und 2009, während langen Zugfahrten zwischen Füssen und Berlin. Sie nehmen ihre Inspiration vom Reisen, vom Umzug und Leben in der großen Stadt. Von Eindrücken, Stimmungen, Erlebnissen und Erzählungen, und von vielen Momenten der Stille. Mal konkret, mal fiktiv.